Wie setzt sich der Versicherungsbeitrag zusammen?
Der Versicherungsbeitrag ist der Preis, den die Versicherungsnehmerin bei Abschluss einer Versicherung zu entrichten hat. Der Beitrag wird oftmals auch als Prämie bezeichnet. Die Höhe des Versicherungsbeitrages hängt von verschiedenen Komponenten ab. Neben unternehmensindividuellen Rabatten wie beispielsweise für einzelne Berufsgruppen oder für den Besitz einer Garage sind drei Hauptmerkmale entscheidend: der individuelle Schadenfreiheitsrabatt, die Typ- sowie die Regionalklasse. Darüber hinaus spielt die Jahresfahrleistung oder der Nutzerkreis eine Rolle.
Der Schadenfreiheitsrabatt
Fahranfängeinnen zahlen in der Haftpflicht- bzw. Vollkaskoversicherung höhere Beiträge als Autobesitzer, die schon viele Jahre unfallfrei unterwegs sind. In der Regel gilt: Wird die Versicherung über lange Zeit nicht in Anspruch genommen, sinkt - durch den so genannten Schadenfreiheitsrabatt - auch deren Preis. Im besten Fall zahlen langjährig unfallfreie Fahrerinnen nur noch 30 Prozent. Die Kehrseite der Medaille: Nach einem Schaden geht es die Rabattleiter wieder aufwärts. Die Kundin muss die bereits erreichten Prozente wieder neu "erarbeiten".
Die Schadenfreiheitsklassen und die Rückstufungstabellen können bei den verschiedenen Versicherern unterschiedlich sein, manche bieten sogar so genannte Rabattretter an. Damit bedeutet beispielsweise der erste Unfall nicht gleich eine schlechtere Rabattstufe. Rückstufungen sind auch vermeidbar, wenn man kleine Reparaturen aus eigener Tasche bezahlt. Denn allein die Zahl der Schäden, nicht die Höhe der Versicherungsleistungen, ist entscheidend für den Rabatt.
Tipp: Lassen Sie sich vom LadyCarOnline Team ausrechnen, ob es für Sie günstiger ist den Schaden besser selbst zu zahlen.
Die Typklasse
Für jedes der etwa 15000 Automodelle in Deutschland gibt es eine Typklasse für die Haftpflicht-, die Teil- und die Vollkaskoversicherung. Diese spiegeln den Schadenverlauf der Fahrzeugtypen in den vergangenen drei Jahren wider. Ein unabhängiger Treuhänder hat die Schäden registriert und das Fahrzeug entsprechend einer Typklasse zugeteilt. Die Typklassen sind für die einzelnen Versicherungssparten unterschiedlich: In der Haftpflicht gibt es 10-25 Klassen, in der Vollkasko 10-34 und in der Teilkasko 10-33.
Faustregel: Je niedriger die Typklasse, desto günstiger ist der Preis für die Auto-versicherung. Vor dem Autokauf sollte man also unter http://www.typklasse.de/nachsehen, wie das Auto eingestuft ist. Achtung: Je nach der Entwicklung der Schäden für eine bestimmtes Fahrzeug kann die Typklasse mit den Jahren steigen oder fallen.
Die Regionalklasse
Auch der Wohnort beeinflusst den Versicherungsbeitrag: In den Regionalklassen zeigt sich der Schadenverlauf der letzten fünf Jahre in den einzelnen deutschen Zulassungsbezirken. Die Regionalstatistik für die Kaskoversicherung berücksichtigt auch örtliche Besonderheiten wie Hochwasser, Hagel oder Diebstahlhäufigkeit. Je höher man eingestuft ist, desto teurer ist die Autoversicherung. Die Regionalklassen seines Zulassungsbezirkes kann man unter www.gdv.de/regionaldatenbank/ abfragen. Umstufungen in bessere oder teurere Typ-bzw. Regionalklassen, die jeweils zum 1. Oktober erfolgen, sind relativ gering. Meist bleiben rund zwei Drittel aller Daten unverändert.
Die Postleitzahl
Neben der Regionalklasse ist auch die Postleitzahl Ihres Wohnortes ein weiteres Merkmal zur Beitragsberechnung. Die Versicherungsprämie ist immer dann entsprechend höher, wenn der Autofahrer laut Statistik zugleich in einer Gegend wohnt, wo viel gestohlen wird und es häufiger kracht als anderswo.
Die Selbstbeteiligung
Auch die von Ihnen zu wählende Höhe der Selbstbeteiligung hat Einfluss auf die Höhe des Beitrages. Sparen lässt sich in der Kaskoversicherung über den Umstieg auf eine höhere Selbstbeteiligung. Üblich sind 150 beziehungsweise 300 Euro. Je höher die Typklasse des Fahrzeugs, desto eher lohnen sich Selbstbeteiligungen. Wer einen Zweitwagen anschafft, sollte genau nachrechnen und den Versicherungsvertrag mit dem höchsten Rabatt auf das neue Auto umschreiben lassen.
Tipp: Preisbewusste Autofahrerinnen berechnen vor dem Autokauf die zu erwartende Prämie bei uns online. Die Wahl eines günstig eingestuften Fahrzeugtyps und eine niedrige jährliche Fahrleistung kann helfen, viele hundert Euro im Jahr zu sparen.